Das Ausseerland isst, wie eine Saiblingskur eben so ist

Einmal „Bi-Aii“ geht noch, meint Der Connaisseur. Und widmet sich am Meranplatz und später jenseits des Koppen ausgiebig dem Nationalfisch des Ausseerlandes. Während Die Cuisinière einmal mehr nur aus der Ferne ihren Senf zum Konsumierten dazugeben darf.

    Die Cuisinière und Der Connaisseur, Koppenrast, Obertraun Bad Aussee im Salzkammergut, Steiermark, Oberösterreich
    Sie sind um sich und hinter sich gezeichnet und warm angezogen obendrein© cuicon.at

    Es gibt Ausflüge, die kündigen sich groß an, und es gibt solche, die sich im Nachhinein als besonders hinterhältig erweisen. Dieser hier gehörte zur zweiten Sorte. Denn er begann harmlos: mit Bad Aussee, einer Stadt, die sich als Mittelpunkt des Ausseerlandes sieht. Und die „Dosigen“ (Selbstbezeichnung der Einheimischen) sowieso!

    „Das Gute Leben“ ist natürlich ein Name, der Misstrauen weckt. Wer so heißt, muss liefern. Sonst ist das ungefähr so, als würde einer „Der große Roman“ aufs Titelblatt schreiben und dann endet das Ganze bei einer netten Kurzgeschichte über Gartenzwerge.

    Der Connaisseur betrat das Haus am pittoresken Meranplatz im Zentrum von BA (sprich „Bi-Aii“ für Bad Aussee, Sie wissen schon …) also mit jener Mischung aus Neugier und Selbstschutz, die alte Gourmands entwickeln, wenn ein Lokal nicht einfach „Wirtshaus“ oder „Gasthof“ heißt, sondern gleich das Leben selbst bemüht. Die beste Ehefrau von allen blieb gelassen. Sie hat in solchen Dingen ohnehin mehr Charakterfestigkeit. Der Connaisseur hingegen hörte bereits beim Türschild die Stimme der Cuisinière aus dem Off:

    „Na? Wieder irgendwo, wo der Name größer ist als die Küche?“
    Er hörte sie deutlich.
    Er antwortete nicht. Auch weil er wusste, dass sie die Wirtsleut‘ eh kennt – und schätzt! Da würde sie schon noch draufkommen, freute er sich.

    Des Lesers Senf

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