Lech ist, wie es isst: Sommerfrische – Winterfreigabe !

Lech im Sommer ist ein unverschämt schönes Platzerl! Dass die Geschichte erst jetzt, mitten im Winter, erscheint, hat zwei Gründe: Erstens war Der Connaisseur nicht mit. Zweitens hat Der Connaisseur das Manuskript „redaktionell reifen“ lassen – aus gekränkter Eitelkeit. Ein Dramolett!

Die Cuisnière und Der Connaisseur am Zürsersee am Arlberg, Österreich
Lecher Gastronomie abseits der Sterne und Hauben, ohne Connaisseur. Weil er sich aus dem off so wichtig gemacht hat, fand die KI eine Lösung: Grad, dass er nicht in den Zürsersee geschubst wird…© cuicon.at

 

Personen:
Die Cuisinière (mit Bergschuhen, Cabrio und Restlicht), Der Connaisseur (nur als Sprachnachricht zugeschaltet, beleidigt).

Szene 1 – Spätsommer, Alpenkino.
Die Cuisinière stürmt auf die Bühne, im Hintergrund Formarinsee/Spullersee/Zürsersee/Butzensee als Diorama.

Die Cuisinière: Ich steuere meine Ankunft so, dass der Tag noch „zum Nutzen“ ist. Übersetzt: Ich renne und fahre sofort rauf, bis die Berge um Gnade bitten.
Der Connaisseur (aus dem Off): Und ich?
Die Cuisinière: Du bist eh da – als Untertitel.
Der Connaisseur: Frechheit. Ich bin das Hauptgericht.
Die Cuisinière: Du bist heute maximal die Beilage, weil: nicht mitgefahren.
Während sie sich weder vom Berg noch vom Wasser trennen kann, übt Der Connaisseur daheim seinen einzigen Ausdauersport: beleidigte Kommentare aus sicherer Entfernung, weil er nicht dabei war.
Der Connaisseur: Wir könnten unser “Es ist, wie es isst“ eigentlich umbauen auf “Sie isst solo, wie sie ist“.

Szene 2 – Fischerwirt am Fischteich in Zug, Küchenschluss im Nacken.  Cabrio rollt ins Zuger Täli– so spät, dass der Küchenschluss bereits die Augen rollt. Sonnenuntergang inkl. sommerlichen Temperaturen applausfähig.

Die Cuisinière: Endlich schaffe ich es zum Fischerwirt. Jahrzehnte Lech – und erst jetzt dieses Platzerl.
Der Connaisseur: Jahrzehnte? Das ist schon wieder ein Zeitfehler.
Die Cuisinière: Zeitfehler ist dein Fernbleiben. Also: ein Glaserl Cremant zu Beginn, Sülzchen vom Räucherfisch auf Blattsalat-Beet – schlicht, und einfach gut, ohne viel Spompanadeln. Dann Gebirgsforellenfilet mit Petersilkartoffeln: heiß, knusprig, glasig – bis zum Schluss. Das muss man können.
Der Connaisseur: Petersilienkartoffeln??
Die Cuisinière: Kurz vor dem Hauptgang gegen Blattsalat getauscht. Die Reaktion klang „nicht happy“, aber der Salat kam.
Der Connaisseur: Die haben dich sicher gestalkt. „Aha, die ohne Connaisseur…“

Szene 3 – Dorf Metzgerei Hagen´s : Lech erklärt in einem Semmerl.

Die Cuisinière: In Wien ist’s Extrawurst-Semmerl mit Gurkerl. In Lech ist’s Leberkäs-Semmerl mit Gurkerl – und ein Seidel Obertrumer dazu. Das Semmerl kommt (natürlich) aus der Backstube, die seit 1931 weiß, wie man Brot auch ohne Drama macht.
Der Connaisseur: Endlich Kulturprogramm, das ich verstehe. Warum war ich nicht dabei?
Die Cuisinière: Weil du immer erst mitfährst, wenn’s „Haube“ schreit. Hier schreit nur der one and only Dorf-Metzger Hagen: „Nächster!“

Szene 4 – Kriegeralpe, Schnittlauchbrot und Panorama.
Nach Wanderung und Butzensee ruft die Kriegeralpe – und die Cuisinière gehorcht, weil sie bei Aussicht grundsätzlich wehrlos wird.

Die Cuisinière: Sauerteig, Butter, Bergschnittlauch, Radieserl, Blüten – dazu Grüner Veltliner vom Donabaum. Diese Art von Einfachheit ist nur dort glaubwürdig, wo das Panorama ohnehin die Hälfte der Rechnung übernimmt, deshalb hab´ ich es gleich noch einmal bestellt!
Der Connaisseur: Das Panorama?? Ich sag’s ja: Die Kulisse zahlt dich.
Die Cuisinière: Endlich jemand, der’s einsieht.

Szene 5 – Hotel Sandhof & Dorftisch: Sozialleben als Menüpunkt.
Seit Ende der 90er ist der Sandhof die Homebase der Cuisinière. Hausherr Martin Prodinger, den sie aus gemeinsamen Zeiten im Berliner Adlon kennt, hat den „Dorf-Tisch“ nach Corona als gesellschaftliches Wiederbelebungsprogramm etabliert.

Die Cuisinière: Das war 2025 das Geheimnis des Dorf-Tisch´: Hausgäste, Einheimische, Urlauber,an einer langen Tafel – „alle im gleichen Topf“, ohne Drama!
Der Connaisseur: Ohne mich gibt’s halt weniger Theater.
Die Cuisinière: Stimmt. Dafür aber Bao Buns mit geschmorten Iberico Schweinebauch, Sriracha Mayo, Erdnüsse, Koriander, … bestens zur Abwechslung! Dann Eierschwammerl-Cremesuppe mit gerösteten Eierschwammerln und Dill Emulsion: man badet im Wald.
Und dann…das Einser-Gericht: Käsespätzle mit Röstzwiebel und kleinen Blattsalat. Ich konnte nicht widerstehen. Ausserdem hab´ ich doch hier auch schon den einen oder anderen Kochlöffel geschwungen!
Der Connaisseur: … weil der Frühstückskoch ausgefallen ist?
Die Cuisinière: Sehr witzig!
Themenwechsel: Als „Drüberstreuer“ eröffnet der Sandhof-Chef vis-a-vis des traditionellen Hotels gerade Apartments, mit einer unglaublich sortierten Weinbar mit rund 500 Positionen und vereint das ganze unter Sandhof-Quartier. Ab Sommer 2026 dann den Wellnessbereich T.R.E.A.T mit drei Ruheräumen, drei Saunen und einem großen Infinity-Außenpool.
Der Connaisseur: Aha. Also Wellness. Vielleicht fahr´ ich das nächste Mal doch mit..

Szene 6 – Hus 8: Suppe, Blunzen und ein Strudel, der keiner sein will, davor das verhinderte Käsefondue
Im Hus Nr. 8 lautet der Service-Satz: „Komm einfach vorbei, wir finden schon ein Platzerl.“ Die Cuisinière kommt – natürlich im letzten Augenblick – und entdeckt den dramaturgischen Haken.

Die Cuisinière: Käsefondue gibt’s ab zwei Personen!
Der Connaisseur: Super, endlich offiziell zur „fehlenden Zutat“ erklärt!
Die Cuisinière: Dafür Walser Käsesuppe (ja, ich weiß), die Dich voll ersetzt hat, dann Walser Blunzengröstl mit warmen Speck-Krautsalat – hola die Waldfee. Und ein falscher Apfelstrudel – ohne Nüsse und Rosinen. Super, nur halt anders.
Der Connaisseur: Ohne Nüsse? Endlich einmal ein Dessert, das so alleine ist wie ich.

Zwischenspiel – Warum Spätsommer, aber erst Weihnachten?
Bühne wird plötzlich Advent: Lametta am Panorama, Glühwein im Weinglas.

Der Connaisseur: Ich habe die Veröffentlichung blockiert. Aus Prinzip: Keine Lech-Geschichte ohne mich.
Die Cuisinière: Falsch. Du hast sie verlegt. Zwischen deinen Notizen „Wien ist, wie es isst“ und dem Ordner „Spätsommer, irgendwann“.
Der Connaisseur: Redaktionelle Reifung! Eine Geschichte muss ziehen – wie ein Kässpätzle im Käse.
Die Cuisinière: In Wahrheit mussten wir warten, bis Lech wieder wintertauglich aussieht, damit niemand fragt, warum du nicht einmal im August Zeit hattest, Der Connaisseur zu sein.
Der Connaisseur: Außerdem: Wenn die Sandhof-Apartments im Dezember aufgemacht haben, liefern wir das Prosawerk gleich als Christkindl mit.
Die Cuisinière: Also gut: Spätsommer gegessen, erst zu Weihnachten serviert. Wie Lebkuchen – nur mit mehr Forelle.

Szene 7 und Finale – Freibad-Luxus und letztes Wort.

Die Cuisinière: Abreise mit ein paar Stunden „Luxus“-Freibad, Kitsch-Kulisse & direkter Lechbach Zugang inklusive.
Der Connaisseur: Wer in Lech ins Freibad und in den Lechbach geht, hat entweder Mut – oder keinen Connaisseur, der sie rechtzeitig stoppt.
Vorhang.

Abspann:

@Fischerwirt:

Sülzchen vom Räucherfisch auf Blattsalat Beet (15,50 Euro)
Filet von der Gebirgsforelle mit Petersilkartoffeln (26,90 Euro)

@Dorf Metzgerei:

Leberkäs-Semmerl mit Gurkerl (4,90 Euro) mit einem Seidel Obertrumer (4,50 Euro)

@Kriegeralpe:

Sauerteig, Butter, Bergschnittlauch, Radieserl und Blüten (7,90 Euro) Grüner Veltliner vom Donabaum 2023 (7,80 Euro)

@Hotel Sandhof:

Bao Buns mit geschmorten Iberico Schweinebauch, Sriracha Mayo, Erdnüsse, Koriander, Gurke und Frühlingszwiebel (15,50 Euro)
Eierschwammerlcreme-Suppe mit gerösteten Eierschwammerln und Dill Emulsion (9,80 Euro)
Käsespätzle mit Röstzwiebel und kleinen Blattsalat (22,50)
Grüner Veltliner Gobelsburg Steinsetz (7,50 / 44,00Euro)

@Hus 8:

Walser Käsesuppe (9,90 Euro)
Walser-Gröstl, Blutwurst und warmer Speck-Krautsalat (19,80 Euro – kleine Portion)
Apfelstrudel mit Schlagobers (9,50 Euro)

Lokale

Hotel Sandhof & Apartments

Dorf 124, 6764 Lech am Arlberg, Österreich
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Dorf Metzgerei Hagen´s

Dorf 134, 6764 Lech am Arlberg, Österreich
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Kriegeralpe

Grosserbenalpweg, 6764 Lech, Österreich
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Hus 8

Omesberg 8, 6764 Lech am Arlberg, Österreich
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Fischteich-Lech Fischerwirt Restaurant

Zug 435, 6764 Lech am Arlberg, Österreich
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